Cannabis-Lexikon – Wissen rund um medizinisches Cannabis
Fundierte Informationen, verständlich erklärt.
Die Welt des medizinischen Cannabis ist vielfältig. Unterschiedliche Cannabinoide, Terpene, Herstellungsverfahren und Darreichungsformen machen das Thema komplex. In unserem Cannabis-Lexikon finden Sie verständlich aufbereitete Informationen zu den wichtigsten Begriffen und wissenschaftlichen Hintergründen.
Erfahren Sie in unserem Terpen-Lexikon, welche natürlichen Aromastoffe in Cannabis vorkommen, wodurch sie sich unterscheiden und was die Wissenschaft über ihre Eigenschaften weiß. Entdecken Sie außerdem die verschiedenen Extraktionsverfahren zur Herstellung von Cannabisextrakten und erfahren Sie mehr über die Zusammensetzung, Verarbeitung und Qualitätsmerkmale medizinischer Cannabisprodukte.
Unser Ziel ist es, Ihnen verlässliches Hintergrundwissen zu vermitteln, Fachbegriffe verständlich zu erklären und Ihnen eine fundierte Orientierung rund um medizinisches Cannabis zu bieten – sachlich, wissenschaftlich orientiert und ohne unbelegte Wirkungsversprechen.
Entdecken Sie unser Cannabis-Lexikon und erweitern Sie Ihr Wissen – von A wie Aromastoffe bis Z wie Zusammensetzung.
Terpene und ihre Eigenschaften
Alpha-2-Pinen
Alpha-2-Pinen wird in manchen Terpenlisten als Bezeichnung für Alpha-Pinen verwendet. Alpha-Pinen gehört zur Gruppe der Monoterpene und ist für seinen frischen, harzigen Duft bekannt, der an Kiefern und Nadelwälder erinnert. Der Stoff kommt neben Cannabis auch in zahlreichen Nadelgehölzen und aromatischen Kräutern vor. Wissenschaftliche Untersuchungen beschäftigen sich unter anderem mit entzündungsbezogenen Signalwegen und möglichen Wechselwirkungen mit biologischen Zielstrukturen. Die bisherigen Ergebnisse stammen überwiegend aus präklinischen Untersuchungen. Ob die in solchen Experimenten beobachteten Effekte bei üblichen Terpenkonzentrationen in Cannabisprodukten für den Menschen relevant sind, ist nicht ausreichend geklärt.
Alpha-Bisabolol
Alpha-Bisabolol ist ein natürlich vorkommender Sesquiterpenalkohol mit einem milden, blumigen und leicht süßlichen Aroma. Bekannt ist die Verbindung insbesondere als Bestandteil der Kamille, sie kann jedoch auch im Terpenprofil bestimmter Cannabissorten vorkommen. In der wissenschaftlichen Forschung wird Alpha-Bisabolol unter anderem hinsichtlich seiner Eigenschaften in experimentellen Modellen von Entzündungsprozessen und oxidativem Stress untersucht. Ein Teil der Erkenntnisse stammt aus Laborversuchen und präklinischen Studien. Diese Ergebnisse erlauben keine verlässlichen Aussagen über eine therapeutische Wirkung von bisabololhaltigem Cannabis. Für die Produktbeschreibung steht daher vor allem sein charakteristischer Beitrag zum Aroma im Vordergrund.
Alpha-Caryophyllene
Alpha-Caryophyllene wird häufig als alternative Bezeichnung für Alpha-Humulen verwendet. Dabei handelt es sich um ein Sesquiterpen mit einem würzigen, holzigen und leicht erdigen Duftprofil. Die Verbindung kommt unter anderem in Hopfen, verschiedenen Kräutern und Cannabis vor. Wissenschaftlich untersucht werden mögliche Einflüsse auf entzündungsbezogene Prozesse sowie weitere biologische Aktivitäten in Zell- und Tiermodellen. Solche Beobachtungen sind jedoch nicht mit einer nachgewiesenen Wirkung beim Menschen gleichzusetzen. Insbesondere lässt sich aus dem Vorkommen von Alpha-Caryophyllene in einer Cannabissorte keine konkrete gesundheitliche Eigenschaft oder therapeutische Eignung ableiten. Sein gesicherter Beitrag liegt im charakteristischen Duftprofil.
Alpha-Humulen
Alpha-Humulen ist ein Sesquiterpen, das besonders aus Hopfen bekannt ist und auch in verschiedenen Cannabisprofilen vorkommt. Sein Aroma wird häufig als erdig, holzig, würzig und leicht kräuterartig beschrieben. Chemisch gehört Alpha-Humulen zu den flüchtigen Pflanzenstoffen, die zur charakteristischen Geruchszusammensetzung beitragen. Präklinische Studien untersuchen unter anderem mögliche Einflüsse auf entzündungsbezogene Signalwege und zelluläre Reaktionen. Die Ergebnisse stammen überwiegend aus experimentellen Untersuchungen und lassen sich nicht unmittelbar auf den Menschen übertragen. Eine medizinische Wirkung durch das natürliche Vorkommen dieses Terpens in Cannabis ist klinisch nicht belegt. Aussagen zur Wirkung sollten deshalb entsprechend zurückhaltend formuliert werden.
Alpha-Pinen
Alpha-Pinen ist ein weitverbreitetes Monoterpen, das insbesondere für den typischen Duft von Kiefern, Fichten und anderen Nadelbäumen verantwortlich ist. Auch in Cannabis kann es Bestandteil des natürlichen Terpenprofils sein und ein frisches, harziges und leicht würziges Aroma erzeugen. In wissenschaftlichen Untersuchungen werden unter anderem Wechselwirkungen mit Enzymen sowie Prozesse im Zusammenhang mit Entzündungsreaktionen erforscht. Die Datenlage besteht überwiegend aus Labor- und Tierstudien. Aussagen über eine Verbesserung der Konzentration, der Atmung oder anderer Körperfunktionen durch Alpha-Pinen in Cannabis sind klinisch nicht hinreichend abgesichert. Seine aromatische Eigenschaft ist dagegen gut beschrieben.
Beta-2-Pinen
Beta-2-Pinen wird gelegentlich als alternative Bezeichnung für Beta-Pinen verwendet. Dieses Monoterpen besitzt ein frisches, holziges und leicht harziges Aroma, das häufig mit Nadelbäumen und Waldkräutern assoziiert wird. Es kommt in verschiedenen Pflanzenarten sowie im Terpenprofil bestimmter Cannabissorten vor. Wissenschaftliche Untersuchungen beschäftigen sich unter anderem mit antioxidativen Eigenschaften und möglichen Einflüssen auf zelluläre Signalprozesse. Die bisher verfügbaren Ergebnisse beruhen hauptsächlich auf präklinischen Experimenten. Eine bestimmte körperliche oder psychische Wirkung durch Beta-Pinen in Cannabis lässt sich daraus nicht zuverlässig ableiten. Für die Beschreibung von Cannabisprodukten ist insbesondere sein Beitrag zum natürlichen Duftprofil relevant.
Beta-Caryophyllen
Beta-Caryophyllen ist ein Sesquiterpen mit einem würzigen, pfeffrigen und holzigen Aroma. Es kommt unter anderem in schwarzem Pfeffer, Nelken, Hopfen und Cannabis vor. Wissenschaftlich besonders interessant ist seine mögliche Wechselwirkung mit dem Cannabinoidrezeptor CB2, der an verschiedenen physiologischen Regulationsprozessen beteiligt ist. Experimentelle Studien haben entsprechende Rezeptoraktivitäten untersucht, wobei die Ergebnisse je nach Untersuchungsmodell unterschiedlich ausfallen. Auch entzündungsbezogene Prozesse sind Gegenstand präklinischer Forschung. Eine therapeutische Wirkung von Beta-Caryophyllen als Bestandteil von Cannabisprodukten ist beim Menschen bislang nicht ausreichend nachgewiesen. Seine Bedeutung für das charakteristische Aroma ist dagegen gut bekannt.
Beta-Myrcen
Beta-Myrcen ist ein Monoterpen, das in Cannabis, Hopfen, Mango und verschiedenen aromatischen Pflanzen vorkommt. Es besitzt einen erdigen, krautigen und leicht fruchtigen Duft. In der Cannabisliteratur wird Myrcen häufig mit entspannenden oder beruhigenden Eigenschaften in Verbindung gebracht. Diese Zuordnung beruht jedoch überwiegend auf experimentellen Untersuchungen und theoretischen Überlegungen. Einzelne Tierstudien untersuchten mögliche Einflüsse auf das Nervensystem und auf entzündungsbezogene Prozesse. Daraus lässt sich keine gesicherte beruhigende Wirkung myrcenhaltiger Cannabisprodukte beim Menschen ableiten. Das Terpen ist vor allem als Bestandteil des natürlichen Aromaprofils und als Gegenstand pharmakologischer Grundlagenforschung relevant.
Beta-Pinen
Beta-Pinen ist ein natürlich vorkommendes Monoterpen mit einem frischen, harzigen und leicht holzigen Geruch. Es findet sich unter anderem in Kiefern, Rosmarin und verschiedenen Cannabissorten. Zusammen mit Alpha-Pinen prägt es typische waldartige und kräuterige Duftnoten. In der wissenschaftlichen Forschung werden mögliche antioxidative Eigenschaften sowie Wechselwirkungen mit biologischen Signalwegen untersucht. Die meisten verfügbaren Daten stammen aus Zellversuchen oder anderen präklinischen Modellen. Für eine gezielte Wirkung auf Aufmerksamkeit, Atemwege oder das allgemeine Wohlbefinden durch Beta-Pinen in Cannabis fehlen ausreichende klinische Nachweise. Sein sicher beschreibbarer Beitrag liegt daher vor allem im Aroma.
Bisabolol
Bisabolol bezeichnet eine Gruppe eng verwandter Sesquiterpenalkohole, von denen Alpha-Bisabolol besonders bekannt ist. Die Verbindung besitzt ein mildes, blumiges, leicht süßliches Aroma und kommt unter anderem in Kamille sowie in bestimmten Cannabisprofilen vor. In experimentellen Studien werden mögliche Wechselwirkungen mit entzündungsbezogenen Signalwegen und oxidativen Prozessen untersucht. Auch seine Eigenschaften als Bestandteil pflanzlicher Duftstoffe sind wissenschaftlich beschrieben. Ergebnisse aus Laboruntersuchungen können jedoch nicht ohne Weiteres auf die Anwendung medizinischer Cannabisprodukte übertragen werden. Eine konkrete therapeutische Wirkung lässt sich aus dem bloßen Nachweis von Bisabolol im Terpenprofil nicht ableiten. Seine aromatischen Eigenschaften stehen daher im Vordergrund.
D-Limonen
D-Limonen ist die häufig vorkommende rechtsdrehende Form des Monoterpens Limonen. Es ist besonders für seinen frischen, süßlichen Zitrusduft bekannt und kommt in hohen Konzentrationen in den Schalen verschiedener Zitrusfrüchte vor. Auch Cannabis kann D-Limonen enthalten. Wissenschaftliche Untersuchungen beschäftigen sich mit möglichen Einflüssen auf das Nervensystem, das subjektive Erleben und verschiedene biologische Signalwege. Erste kontrollierte Humanstudien haben bestimmte Wechselwirkungen mit THC untersucht, die Ergebnisse sind jedoch nicht auf beliebige Cannabisprodukte übertragbar. Aus dem D-Limonen-Gehalt allein lässt sich keine zuverlässige Aussage über eine stimmungsaufhellende oder andere therapeutische Wirkung ableiten.
Delta-3-Caren
Delta-3-Caren ist ein bicyclisches Monoterpen mit einem süßlich-harzigen, leicht zitrusartigen und holzigen Aroma. Es kommt beispielsweise in Kiefern, Zedern und verschiedenen aromatischen Pflanzen vor und kann auch Bestandteil des Terpenprofils von Cannabis sein. Wissenschaftlich wird Delta-3-Caren unter anderem im Zusammenhang mit pflanzlichen Duftstoffen, chemischen Eigenschaften und möglichen biologischen Aktivitäten untersucht. Einzelne präklinische Arbeiten beschäftigen sich mit oxidativen und entzündungsbezogenen Prozessen. Belastbare klinische Daten zur Wirkung dieses Terpens beim Menschen sind jedoch begrenzt. Eine bestimmte medizinische Eigenschaft von Cannabis lässt sich aus seinem Vorkommen nicht ableiten. Seine Bedeutung liegt vor allem in der aromatischen Zusammensetzung.
Farnesen
Farnesen bezeichnet eine Gruppe chemisch verwandter Sesquiterpene, die in verschiedenen Pflanzen und gelegentlich auch in Cannabis vorkommen. Ihr Duft wird häufig als grün, fruchtig, leicht holzig und blumig beschrieben. In der Pflanzenbiologie sind bestimmte Farnesen-Varianten als Bestandteile chemischer Kommunikationsprozesse bekannt, beispielsweise bei der Wechselwirkung zwischen Pflanzen und Insekten. Darüber hinaus werden einzelne Farnesene hinsichtlich ihrer biologischen Aktivitäten experimentell untersucht. Die Ergebnisse unterscheiden sich je nach chemischer Variante und Versuchsmodell. Für eine therapeutische Wirkung von Farnesen als Bestandteil medizinischer Cannabisprodukte liegen keine ausreichenden klinischen Nachweise vor. Seine Bedeutung im Cannabisprofil ist überwiegend aromatischer Natur.
Fenchol
Fenchol ist ein natürlich vorkommender Monoterpenalkohol mit einem frischen, kampferartigen, leicht erdigen und holzigen Geruch. Er kommt unter anderem in Fenchel, Basilikum und bestimmten Cannabisprofilen vor. Aufgrund seiner chemischen Struktur gehört Fenchol zu den sauerstoffhaltigen Terpenverbindungen. Wissenschaftliche Untersuchungen beschäftigen sich mit möglichen biologischen Aktivitäten, darunter Wechselwirkungen mit zellulären Signalwegen und experimentell untersuchte Eigenschaften im Zusammenhang mit oxidativem Stress. Die Datenlage ist überwiegend präklinisch und teilweise noch begrenzt. Eine konkrete gesundheitliche Wirkung beim Menschen kann daraus nicht abgeleitet werden. Im Cannabisprofil trägt Fenchol insbesondere zu frischen und kräuterartigen Duftnuancen bei.
Geraniol
Geraniol ist ein Monoterpenalkohol, der für seinen charakteristischen rosigen, blumigen und leicht zitrusartigen Duft bekannt ist. Er kommt unter anderem in Rosen, Geranien, Zitronengras und gelegentlich auch in Cannabis vor. Aufgrund seines angenehmen Aromas wird Geraniol häufig in Duftstoffmischungen verwendet. Wissenschaftliche Untersuchungen beschäftigen sich außerdem mit möglichen antioxidativen Eigenschaften und biologischen Aktivitäten in verschiedenen experimentellen Modellen. Die Ergebnisse stammen überwiegend aus Labor- und Tierstudien und erlauben keine verlässlichen Aussagen über therapeutische Wirkungen beim Menschen. Für Cannabisprodukte ist Geraniol daher vor allem als aromatische Komponente interessant, die das Duftprofil um blumige Nuancen ergänzt.
Humulen
Humulen ist eine gebräuchliche Kurzbezeichnung für Alpha-Humulen, ein Sesquiterpen mit erdigem, holzigem und würzigem Aroma. Besonders bekannt ist es als Bestandteil des Hopfenöls, es kommt jedoch auch in Cannabis und weiteren aromatischen Pflanzen vor. In der wissenschaftlichen Forschung werden mögliche biologische Aktivitäten untersucht, darunter Einflüsse auf entzündungsbezogene Prozesse in präklinischen Modellen. Die entsprechenden Ergebnisse sind experimenteller Natur und lassen sich nicht unmittelbar auf den Menschen übertragen. Eine appetitregulierende oder entzündungshemmende Wirkung von humulenhaltigem Cannabis ist klinisch nicht hinreichend belegt. Das Terpen trägt insbesondere zu würzigen und kräuterartigen Duftprofilen bei und ist ein Bestandteil der chemischen Sortencharakterisierung.
Limonen
Limonen ist ein Monoterpen mit einem charakteristischen frischen Zitrusaroma. Es kommt besonders häufig in den Schalen von Orangen, Zitronen und anderen Zitrusfrüchten vor. Auch verschiedene Cannabissorten enthalten Limonen als Bestandteil ihres natürlichen Terpenprofils. Wissenschaftliche Untersuchungen beschäftigen sich unter anderem mit möglichen Einflüssen auf das Nervensystem sowie mit Wechselwirkungen zwischen einzelnen Terpenen und Cannabinoiden. Erste Humanstudien zu D-Limonen und THC liefern interessante, aber begrenzte Erkenntnisse. Eine allgemein stimmungsaufhellende oder angstlösende Wirkung limonenhaltiger Cannabisprodukte ist daraus nicht abzuleiten. Das Terpen ist vor allem für seine frischen, fruchtigen Duftnoten bekannt.
Linalool
Linalool ist ein Monoterpenalkohol mit einem blumigen, leicht süßlichen und lavendelartigen Aroma. Es kommt unter anderem in Lavendel, Koriander, Basilikum und verschiedenen Cannabissorten vor. In der wissenschaftlichen Literatur wird Linalool häufig im Zusammenhang mit Untersuchungen zu Nervensystem, Stressreaktionen und Geruchswahrnehmung erwähnt. Einige präklinische Studien beschäftigen sich mit möglichen beruhigenden Eigenschaften. Allerdings hängen experimentelle Ergebnisse von Konzentration, Verabreichungsform und Untersuchungsmodell ab. Eine verlässliche schlaffördernde oder angstlösende Wirkung durch Linalool in medizinischem Cannabis ist klinisch nicht ausreichend belegt. Sein charakteristischer Duft ist dagegen gut beschrieben und prägt blumige Cannabisaromen.
Myrcen
Myrcen ist ein Monoterpen mit einem erdigen, krautigen und leicht fruchtigen Aroma. In Cannabis liegt es häufig als Beta-Myrcen vor und kann einen wesentlichen Bestandteil des Terpenprofils bilden. Auch Hopfen, Mango und andere Pflanzen enthalten diese Verbindung. Wissenschaftlich untersucht werden unter anderem mögliche Einflüsse auf das Nervensystem sowie biologische Prozesse, die mit Entzündungsreaktionen zusammenhängen. Häufig wird Myrcen eine entspannende Wirkung zugeschrieben, doch diese Annahme ist für myrcenhaltige Cannabisprodukte beim Menschen nicht ausreichend klinisch belegt. Die vorhandenen Erkenntnisse beruhen überwiegend auf präklinischen Studien. Sein Beitrag zum charakteristischen Aroma ist dagegen gut nachvollziehbar.
Nerolidol
Nerolidol ist ein Sesquiterpenalkohol mit einem holzigen, blumigen und leicht fruchtigen Duft. Die Verbindung kommt unter anderem in Jasmin, Teebaum, Ingwer und bestimmten Cannabissorten vor. Aufgrund seiner chemischen Eigenschaften wird Nerolidol auch hinsichtlich seiner Wechselwirkungen mit biologischen Membranen untersucht. Weitere präklinische Forschungsarbeiten beschäftigen sich mit möglichen antioxidativen Eigenschaften und entzündungsbezogenen Prozessen. Diese experimentellen Ergebnisse erlauben jedoch keine zuverlässigen Aussagen über eine therapeutische Wirkung beim Menschen. Insbesondere ist nicht belegt, dass Nerolidol in Cannabisprodukten eine bestimmte beruhigende oder schlaffördernde Wirkung hervorruft. Sein Beitrag zum natürlichen Duftprofil ist dagegen gut beschreibbar.
Ocimen
Ocimen bezeichnet eine Gruppe eng verwandter Monoterpene, die in verschiedenen Pflanzen und auch in Cannabis vorkommen können. Ihr Aroma wird häufig als süßlich, frisch, blumig und leicht kräuterartig beschrieben. Ocimen ist beispielsweise in Basilikum, Minze und verschiedenen Blütenpflanzen enthalten. In der Pflanzenbiologie spielen bestimmte Ocimen-Varianten eine Rolle bei der chemischen Kommunikation, etwa bei Reaktionen auf Pflanzenfresser. Wissenschaftliche Untersuchungen beschäftigen sich außerdem mit möglichen biologischen Aktivitäten dieser Verbindungen. Für eine gezielte gesundheitliche Wirkung von Ocimen beim Menschen fehlen jedoch ausreichende klinische Nachweise. Im Cannabisprofil trägt es hauptsächlich zu frischen und blumigen Duftnoten bei.
Pinene
Pinene ist eine Sammelbezeichnung für mehrere eng verwandte Monoterpene, insbesondere Alpha-Pinen und Beta-Pinen. Diese kommen in Nadelbäumen, Rosmarin und verschiedenen Cannabissorten vor und erzeugen ein frisches, harziges und waldartiges Aroma. Die einzelnen Pinen-Varianten unterscheiden sich in ihrer chemischen Struktur und teilweise auch in ihren Duftnuancen. Wissenschaftliche Untersuchungen beschäftigen sich mit möglichen antioxidativen Eigenschaften sowie mit Wechselwirkungen auf zellulärer Ebene. Die bisherigen Erkenntnisse stammen überwiegend aus präklinischen Studien. Eine Verbesserung der Konzentration, der Atemfunktion oder anderer körperlicher Eigenschaften durch pinenehaltiges Cannabis ist klinisch nicht ausreichend belegt. Pinene sind vor allem wichtige Bestandteile des natürlichen Aromaprofils.
Terpinolen
Terpinolen ist ein Monoterpen mit einem komplexen Duftprofil, das häufig als frisch, krautig, leicht blumig und harzig beschrieben wird. Es kommt unter anderem in Nadelgehölzen, Muskatnuss, verschiedenen Kräutern und bestimmten Cannabissorten vor. Wissenschaftliche Untersuchungen beschäftigen sich mit möglichen antioxidativen Eigenschaften sowie mit biologischen Aktivitäten in Zell- und Tiermodellen. Gelegentlich werden Terpinolen beruhigende Eigenschaften zugeschrieben, doch für eine entsprechende Wirkung durch terpinolenhaltige Cannabisprodukte fehlen ausreichende klinische Nachweise. Auch die Bedeutung möglicher Wechselwirkungen mit Cannabinoiden ist noch nicht abschließend geklärt. Terpinolen trägt insbesondere zu vielschichtigen, frischen und kräuterartigen Duftprofilen bei.
Trans-Caryophyllen
Trans-Caryophyllen ist die gebräuchliche natürliche Strukturform von Beta-Caryophyllen. Dieses Sesquiterpen besitzt ein würziges, pfeffriges und leicht holziges Aroma und kommt unter anderem in schwarzem Pfeffer, Nelken und Cannabis vor. In der pharmakologischen Forschung wird Trans-Caryophyllen besonders wegen möglicher Wechselwirkungen mit dem Cannabinoidrezeptor CB2 untersucht. Einzelne experimentelle Studien zeigen entsprechende Aktivitäten, während andere Untersuchungen nur schwache oder keine funktionellen Effekte nachweisen konnten. Die klinische Bedeutung dieser Beobachtungen ist bislang nicht ausreichend geklärt. Eine therapeutische Wirkung von trans-caryophyllenhaltigem Cannabis lässt sich daraus nicht ableiten. Sein Beitrag zum würzigen Duftprofil ist dagegen gut bekannt.
Wissenschaftliche Einordnung und Quellen
Die Texte orientieren sich insbesondere an folgenden wissenschaftlichen Veröffentlichungen:
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The Entourage Effect in Cannabis Medicinal Products: A Comprehensive Review – systematische Übersicht über Terpene, biologische Aktivitäten und die Evidenz zum Entourage-Effekt.
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Terpenoids From Cannabis Do Not Mediate an Entourage Effect by Acting at Cannabinoid Receptors – experimentelle Untersuchung von Terpenen und Cannabinoidrezeptoren.
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Absence of Entourage: Terpenoids Commonly Found in Cannabis sativa – Untersuchung zur fehlenden Modulation bestimmter THC-Rezeptorwirkungen durch häufige Terpene.
Die Studien zeigen insgesamt, dass sich biologische Aktivitäten einzelner Terpene experimentell nachweisen lassen, daraus aber keine pauschalen Aussagen zur klinischen Wirksamkeit von Cannabisprodukten folgen.
Herstellung von Cannabis-Extrakten
CO2-Extraktion
Bei der CO₂-Extraktion wird Kohlendioxid unter erhöhtem Druck und geeigneter Temperatur in einen überkritischen Zustand versetzt. Es durchströmt das Pflanzenmaterial und löst dabei Cannabinoide und Terpene heraus. Durch anschließende Drucksenkung verdampft das CO₂, sodass die extrahierten Inhaltsstoffe als Rohöl zurückbleiben.
Die Cannabinoide liegen zunächst überwiegend als inaktive Säuren (THCA und CBDA) vor. Durch Erhitzen werden sie decarboxyliert, wodurch die Wirkstoffe THC und CBD entstehen.
Anschließend wird das Rohöl mit etwas Ethanol vermischt, um unerwünschte Begleitstoffe wie Wachse abzutrennen. Dieser Vorgang wird als Winterisierung bezeichnet. Die CO₂-Extraktion ermöglicht vergleichsweise reine Extrakte und eine gezielte Isolierung von Terpenen. Im Vergleich zur Butan- oder Propanextraktion kann sie zudem umweltfreundlicher sein, insbesondere wenn das CO₂ wiederverwendet wird.
Ethanolextraktion
Die Ethanolextraktion folgt einem ähnlichen Prinzip wie die CO₂-Extraktion, benötigt jedoch deutlich geringere Drücke. Ethanol ist ein wirksames Lösungsmittel, das neben Cannabinoiden und Terpenen auch weitere Pflanzenbestandteile wie Chlorophyll aus dem Pflanzenmaterial löst. Dadurch lässt sich der Extraktionsprozess weniger gezielt steuern als bei der CO₂-Extraktion, während die benötigte Ausrüstung kostengünstiger ist.
Allerdings kann die Extraktqualität beeinträchtigt werden, da Ethanol auch unerwünschte Verbindungen herauslöst. Zudem ist das Verfahren häufig energieintensiver als die CO₂-Extraktion. Ein weiterer Nachteil besteht im vergleichsweise hohen Lösungsmittelverbrauch, da das Ethanol anschließend in zusätzlichen Reinigungsschritten entfernt werden muss, um mögliche Rückstände im Endprodukt zu minimieren.
Soxhlet-Extraktion
Die Soxhlet-Extraktion ist ein Fest-flüssig-Extraktionsverfahren, das auf einem kontinuierlichen Lösungsmittelkreislauf basiert. Dabei wird das Extraktionsmittel in einem Destillationskolben erhitzt, bis es verdampft. Der Dampf steigt auf, kondensiert im Kühler und tropft anschließend in eine Extraktionshülse, die das zu extrahierende Pflanzenmaterial enthält. Die Flüssigkeit löst die gewünschten Inhaltsstoffe und fließt danach als Extrakt zurück in den Kolben.
Bei herkömmlichen Mazerationsverfahren werden Pflanzenmaterial und Lösungsmittel über einen bestimmten Zeitraum miteinander vermischt. Dabei stellt sich allmählich ein Gleichgewicht zwischen den im Pflanzenmaterial verbleibenden und den im Lösungsmittel gelösten Stoffen ein. Sobald dieses erreicht ist, findet kaum noch ein zusätzlicher Stoffübergang statt, wodurch die Extraktion unvollständig bleiben kann.
Die Soxhlet-Extraktion bietet hier einen entscheidenden Vorteil: Durch das wiederholte Aufbringen von frischem, ungesättigtem Lösungsmittel können kontinuierlich weitere Inhaltsstoffe aus dem Pflanzenmaterial gelöst werden. Der fortlaufende Kreislauf ermöglicht eine weitgehende Extraktion und steigert die Effizienz des Verfahrens. Gleichzeitig wird der Lösungsmittelverbrauch im Verhältnis zur gewonnenen Extraktmenge reduziert.
